↓ Veranstaltungsrückblick ↓
Hier finden Sie einen Überblick über alle Veranstaltungen, die bereits während des Festivals Deutsche Geschichten im Hauptprogramm stattgefunden haben. Wir bedanken uns an dieser Stelle für die zahlreichem Besucher und für Ihr andauerndes Interesse!
Klicken Sie auf den Titel der Veranstaltung, um die Details anzuzeigen.
STAATS-SICHERHEITEN - 15 Schicksale aus dem Gefängnis
|Hans Otto Theater Potsdam | 23.02.2010 / 19:30 Uhr | Centraltheater Leipzig
In »Staats-Sicherheiten« erzählen fünfzehn ehemalige Häftlinge aus den Stasigefängnissen in Potsdam und Berlin-Hohenschönhausen von ihren Erfahrungen vor, während und nach der Haft. In den Kapiteln Festnahme, Transport, Untersuchungshaft, Prozeß, Freilassung berichten sie von Spitzeln, Vernehmern und falschen Freunden. Sie erinnern sich an Unterdrückungsmechanismen und an Überlebensstrategien. Alle Betroffenen hatten biografische Brüche hinzunehmen, die sie für ihr weiteres Leben entscheidend beeinflußten.
Die Aufführung »Staats-Sicherheiten« entstand auf
Initiative und nach einem Konzept von Lea Rosh, der Vorsitzenden des
Förderkreises des Hans Otto Theaters e. V., und Renate
Kreibich-Fischer, Mitglied des Förderkreises. Sie wurde im Februar 2009
mit dem Friedrich-Luft-Preis der Berliner Morgenpost ausgezeichnet und
damit zur »besten Aufführung des Jahres 2008 in Berlin und Potsdam«
gekürt. Die siebenköpfige Jury bezeichnete das Projekt als eine
»bewegende Geschichtslektion«. Die Stärke der »Staats-Sicherheiten«
liege in seiner Authentizität. »Ein Abend, der die Zuschauer
gleichermaßen berührt und aufrüttelt«, so die Jury
MIT Vera Lengsfeld, Heidelore Rutz, Edda Schönherz, Dieter
Drewitz, Gilbert Furian, Stephan Krawczyk, Mathias Melster, Erhard
Neubert, Thomas Raufeisen, Hartmut Richter, Mario Röllig, Harry Santos,
Dieter von Wichmann, Peter- Michael Wulkau, Hans-Eberhard Zahn
REGIE Clemens Bechtel BÜHNE Christoph Schubiger KONZEPT/ DRAMATURGIE Lea Rosh/ Renate Kreibich-Fischer
Im Anschluss findet ein PUBLIKUMSGESPRÄCH mit Lea Rosh und den Beteiligten im Museum in der "Runden Ecke" statt.
Moderation: Uwe Bautz (CT) / Martin Heering (LOFFT) | Museum in der "Runden Ecke" | 20 min. nach Vorstellungsende
In Kooperation mit dem Bürgerkomitee Leipzig e.V. für die Aufarbeitung der ehemailigen Staatssicherheit (Mfs) - Museum in der "Runden Ecke".
![]()

Das Gastspiel wird gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Kulturstiftung Sachsen.
EAST DÜSSELDORF
|Drama Köln | 5./6.02.2010 / 18:00 Uhr und 20 Uhr | Treffpunkt: Schaubühne Lindenfels
Aus dem Osten kommen in Düsseldorf die Japaner. Oder die Neandertaler. Oder heutzutage die Russen und Chinesen. Aber vor zwanzig Jahren war die „Luxus-Kö“ auch ein Sehnsuchtszentrum in der osmotischen Bewegung des Mauerfalls. Menschen, die die semipermeable Membran der Wiedervereinigung damals in Richtung Düsseldorf durchbrochen haben, hören sich heute z.B. so an: Ich vermisse das DDR-System sehr! Hier schäme ich mich dafür, leben zu müssen. Mit handfesten Beweisen kann ich belegen, wie menschenverachtend dieses jetzige hasserfüllte System ist. Andere haben sich nie getraut, den voll ausgeleuchteten westlichsten Westen der Republik zu verlassen und träumen immer noch von den ungelebten Möglichkeiten der Nachwendejahre im Osten. Augenzeugen-, Erlebnis- und Tatsachenberichte wurden gesammelt. Diesen Träumen nachkommend betreibt der Autor Kai Ivo Baulitz mit seinem Stück Geschichtsfälschung und DRAMA KÖLN inszeniert endlich doch noch blühende Landschaften. Weit entfernt von der „Kö“ konfrontiert das Ensemble nun das Leipziger Publikum mit ihrem Wiederaufbau Ost und stellt auch hier die Frage nach gescheiterten politischen Visionen und persönlichen Sehnsüchten.
Die Inszenierung nimmt das Publikum mit auf einen Rundgang zu Spielorten in Plagwitz und Lindenau. Ausgangspunkt ist die Schaubühne Lindenfels, Endpunkt das LOFFT.
Kartenbestellung und Kartenvorverkauf über die Schaubühne Lindenfels.
EINE PRODUKTION VON Drama Köln e.V. in Kooperation mit Schaubühne Lindenfels und LOFFT.Leipzig.
MIT Kristina Brons, Markus Heinicke, Florian Seigerschmidt, Hansjoachim Krietsch REGIE Oliver Krietsch-Matzura AUSSTATTUNG Norbert Truxa TEXT Kai Ivo Baulitz DRAMATURGIE Julia Lorenz
GEFÖRDERT DURCH Fonds Darstellende Künste e.V. Der Verein Drama Köln e.V. wird gefördert durch die Stadt Köln.
MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG von trabi-erleben.de by SAXONIA M.I.C.E. & More.
HEIMGESUCHT- EIN STÜCK DEUTSCHLAND
|fliegende fische | 16./17.01.2010 / 20:00 Uhr | LOFFT
2007 reiste die Theatercompagnie fliegende fische in Begleitung der Autorin Katarina Schröter in die vier Himmelsrichtungen Deutschlands, auf der Suche nach dem, was sie mit diesem Land verbindet.
Sechs Menschen aus verschiedenen Generationen erzählen von ihren Wegen und Einrichtungsversuchen in Deutschland. In monatelanger intensiver Recherche suchten sie einen direkten Gedankenaustausch mit den Menschen vor Ort über deutsche Gegenwart und Geschichte, über Wunden, Werte und Visionen. Sie klammern sich an vergangene Wertvorstellungen, stoßen auf Lebenslügen oder versuchen verzweifelt neue Visionen zu entwickeln. Welche gemeinsamen „Heimaten“ entstehen, wenn sie sich begegnen? Welche alten Wunden reißen auf ? In einer Zeit der Auflösung nationaler Grenzen haben sie den innigen Wunsch, anzukommen oder wirklich auszubrechen. Die Frage nach Zugehörigkeit und nationaler Identität spitzt sich vor dem Hintergrund einer knallharten Leistungsgesellschaft zu der Frage zu, wie man überhaupt noch dazugehören kann.
MIT Yvonne Johna, Antje Lea Schmidt, Fanny Staffa, Mattes Herre, Sven Hönig und Oliver Simon KÜNSTLERISCHE LEITUNG Harald Fuhrmann / Christiane Wiegand BÜHNE UND KOSTÜM Timo Dentler / Okarina Peter TEXT Katarina Schröter REGIEASSISTENZ Elinor Eidt PRODUKTIONSLEITUNG Andrea Oberfeld (ehrliche arbeit – freies Kulturbüro )
SCHICHT C
|Theater Vorpommern (Greifswald), lunatiks (Berlin) | 13./14.01.2010 / 20:00 Uhr | LOFFT
Ein Schneesturm schließt im Winter 1978/79 das Kernkraftwerk "Bruno Leuschner" in Lubmin bei Greifswald von der Außenwelt ab. Während mehrere Kohlekraftwerke ihre Stromlieferungen einstellen, müssen die Eingeschlossenen der Schicht C alle vier Reaktoren in Betrieb halten. Unbedingt. Weil ihre Schichtablösung in den Schneeverwehungen stecken bleibt, müssen sie die Arbeit mehrere Tage allein schaffen. Die Zeitungsausschnitte sprechen von Heldentaten. Doch in dem Stück heißt es gleich zu Beginn "Geschichte kennt keine Helden". Dabei wird das Vergangene mit einfachsten spielerischen Mitteln nicht bebildert, sondern vor allem erzählt.
"Das hier ist kein bloßes Nachspielen der Ereignisse, sondern ein Nachspüren archetypischer Situationen mitten im Alltag. Keine Anekdotensammlung zur (ostalgischen) Erbauung also, sondern ein Puzzlespiel, aus dem am Ende die eigene Identität hervortritt - aus lauter nicht zusammenpassenden Teilen zusammengesetzt. Die Bruchstücke sind schon das Ganze." (Theater der Zeit, Dezember 2008)
lunatiks produktion entwickelt Theaterprojekte, die sich mit realen Ereignissen auseinandersetzen und sch als Forschungsarbeit mit den Mitteln des Theaters begreifen. Auf der Basis von Originalmaterial entwickelt die Gruppe Inszenierungen wie „Toxoplasma“, in der eine Epidemie in einer tschechischen Stadt thematisiert wird oder in „highQ - Gehirne in Hochgeschwindigkeit“, befragen sie mit Kindern und Jugendlichen das Konzept der „Intelligenz“.
EINE PRODUKTION VON Theater Vorpommern und lunatiks produktion MIT Christian Banzhaf, Lukas Goldbach, Christian Holm, Katja Klemt TEXT/REGIE Tobias Rausch AUSSTATTUNG Jelka Plate SOUND/MUSIK Matthias Herrmann PROJEKTLEITUNG Tobias Graf DRAMATURGIE Catrin Darr GEFÖRDERT VON Fonds Heimspiel der Kulturstiftung des Bundes
WAS INTERESSIERT MICH MEIN GESCHWÄTZ VON GESTERN
| Futur3 (Köln) | 27.11.2009 / 21:00 Uhr | Horns Erben
60 Jahre Reden im Nachkriegsdeutschland. Eine parlamentarische Bestandsaufnahme. Futur3 hat sich in die Archive begeben und eine Revue aus Reden und Geschwätz der deutschen demokratischen Politik in West und Ost zusammengestellt. Zu hören sind wegweisende, epochale oder absurd-komische Dokumente, die den Wandel des Zeitgeistes im Nachkriegsdeutschland wieder aufleben lassen: von der Geburtsstunde der deutschen Zwillingsrepubliken, ihren ideologischen Grabenkämpfen, vom Tod des einen und von der Richtungslosigkeit des Überlebenden. Für diese Unternehmung gibt der Konrad Adenauer zugeschriebene Ausspruch die Richtung vor: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“ - eine energische Hommage an das Grundgesetz- angereichert mit Zwischenrufen, Ehrenworten, Pathos und Musik der Leipziger Band Krain:time.
Futur3 wurde 2003 in Köln gegründet. Charakteristisch ist die kollektive Arbeitsweise und Projekte außerhalb von Theaterräumen. Ihre Collagen bestehen oft aus dokumentarischem und autobiografischem Material und Liedern. Futur3 gastierte mit seinen Stücken auf Festivals im In- und Ausland, u.a. in Singapur, der Ukraine und den USA.
Die Leipziger Band Krain:time gründete sich 2007 und interpretiert für diesen Abend mit blankpoliertem Blech, Gitarre und Akkordeon bekannte Polka-, Schlager- und Polit-Hits. Sie hinterlassen eine Spur polkaesker Erleuchtung und verhelfen musikalischen Kleinoden zu neuem Glanz.
EINE PRODUKTION VON Futur 3 in Kooperation mit www.luftschiff.org
MIT André Erlen, Stefan H. Kraft, Klaus Maria Zehe, Marietta Bürger I KÜNSTLERISCHE LEITUNG Futur3 DRAMATURGIE Klaus Fehling I ASSISTENZ Sarah Richter I MUSIK Krain:time (Leipzig) IN KOOPERATION MIT Horns Erben
PAUL UND PAULA - EINE LEGENDE
| Theaterkosmos53 (Berlin) / Schaubühne Lindenfels (Leipzig) | 26./27.11.2009 / 19:30 Uhr | Schaubühne Lindenfels
Die freie Schauspielgruppe Theaterkosmos 53 interpretiert die wohl schönste Liebesgeschichte der DDR neu!
Paula, eine Frau, die reden darf, wie sie redet, die wissen darf, was sie weiß, die alt genug ist, um keine Zweifel zu haben an der großen Liebe. Die Schauspielerin Rike Schubert lässt den bedingungslosen Kampf, der Verkäuferin um das Glück wieder aufleben. Mit einem bunten Ensemble von Puppen lässt sie auch die weiteren Figuren der Geschichte lebendig werden. Den dazugehörigen Soundtrack mit den Hits der Puhdys liefert Rike Schubert mit ihrer E-Gitarre auf der Bühne.„Paul und Paula“ war und ist Kult. 1973 hatten in kurzer Zeit drei Millionen Menschen den Film gesehen. Er spiegelte das Lebensgefühl einer ganzen Generation.Film wie Theaterstück sind eine unterhaltsame Reflexion über Liebe, Anpassung und den Widerspruch von Ideal und Wirklichkeit. 60 Jahre nach Gründung der DDR ist die Realität eine andere – aber die Träume sind dieselben!
"Auch wenn treue Fans des Kultfilms das gewohnte Siebziger-Jahre-Flair vermissen mögen - der ungewöhnliche Mix aus Theater, Livemusik und Puppenspiel macht einfach Spaß. Auch ohne Paul!" (Neues Deutschland 20. März 2009)
Theaterkosmos53 wurde im Sommer 2008 von der Regisseurin Tilla Kratochwil und der Schauspielerin Rike Schubert gegründet. Ihr Debüt „Paul und Paula - eine Legende“ hatte im März 2009 in Berlin Premiere und ist erfolgreich auf Gastspielreise durch Deutschland und die Schweiz.
EINE PRODUKTION VON Theaterkosmos53 I MIT Rike Schubert I REGIE Tilla Kratowil I AUSSTATTUNG Janna Skroblin I MUSIKALISCHE LEITUNG Markus Hübner I PRODUKTIONSLEITUNG Uwe Lehr I GEFÖRDERT DURCH Fodns Darstellende Künstee.V. Kulturverwaltung des Berliner Senats.
DIE RÄUBER
| fringe ensemble/phoenix5 (Bonn) / Schaubühne Lindenfels (Leipzig) | 22./23./24.10.2009 / 20:30 Uhr| Schaubühne Lindenfels
20, 60, 250 – Friedrich Schillers Geburtstag reiht sich ein in das Jahr der dicken deutschen Jubiläen. Das FilmTheaterProjekt nimmt diese Koinzidenz zum Anlass, Schillers „Die Räuber“ als Projektionsfläche für deutsche Befindlichkeiten zu nutzen.
Die Figuren aus seinem „Ideen- und Freiheitsdrama“ sind auf der Suche nach Freiheit - innerhalb oder außerhalb der Gesellschaft, in die sie hineingeboren wurden. Sie wagen den Aufbruch ins Ungewisse. 2009 macht sich ein Team aus Film- und Theatermachern auf die Reise von West nach Ost, im Gepäck „Die Räuber“ als Routenplaner und Kompass. Reise, Drama und Film beginnen im Theaterraum in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn und
enden 570 km später mit der letzten Szene in Leipzig. Die Stationen von Schillers Drama bestimmen die Reiseroute. Seine Charaktere - Franz, Karl, Spiegelberg, Amalie, Vater Moor – spiegeln sich in Bürgern der Bundesrepublik, ihren Erzählungen und in ihrem Alltag heute. Am Ende der filmisch-theatralen Recherchereise stehen ein semidokumentarisches Theaterstück unter Verwendung filmischer Elemente und ein Filmprojekt, das sich der
Einordnung in herkömmliche TV- und Kinoformate entzieht.
25. Oktober 2009 / 20:00Uhr Präsentation RÄUBERFILM. Gemeinsam mit dem Publikum montieren der Regisseur und ein Schauspieler das auf der Reise gesammelte Filmmaterial.
EINE PRODUKTION VON fringe ensemble/phoenix5 und Schaubühne Lindenfels in Zusammenarbeit mit der Filmwerkstatt Münster. Eine Koproduktion mit dem theaterimballsaal (Bonn), der Schaubühne Lindenfels (Leipzig),
dem Forum Freies Theater (Düsseldorf) und dem Theater im Pumpenhaus (Münster).
MIT Justine Hauer, David Fischer, Manuel Klein, Andreas Meidinger, Harald Redmer REGIE Frank Heuel | FILMREGIE, KAMERA René Reinhardt | DRAMATURGIE Svenja Pauka | BÜHNE UND KOSTÜM: Annika Ley | TONAUFNAHMEN Anton Töws
GEFÖRDERT DURCH die Stadt Münster, den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, die Stadt
Bonn, den Fonds Darstellende Künste e.V., das NRW Landesbüro Freie Kultur, die Kulturstiftung Matrong und die
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.
LITTLE RED (PLAY): 'HERSTORY'
| andcompany&Co. | 14./15.10.2009 / 20:00 Uhr | Skala
Was machen Kommunisten und Kommunistinnen nach dem Ende der Geschichte? Nicola Nord suchte und fand Anhänger der letzten großen Utopie des 20. Jahrhun-derts und sprach mit ihnen über die Leere, die bleibt, wenn einem die Utopie abhanden kommt. Inspiriert von diesem Material unternimmt die junge Pionierin "Little Red" alias Nicola Nord zusammen mit Bini Adamczak, Alexander Karschnia und Sascha Sulimma auf eine Zeitreise „zurückwärts in die Zukunft“
andcompany&Co. entwirft in ihrer humorvollen Bühnen-performance eine Vergangenheit, die unsere Gegenwart hätte sein können. Die Performer und Performerinnen richten ihren Blick auf die Utopien der letzten 40 Jahre und begeben sich in die Ära von Beatles und Hippies, Erich Honecker und Mauerbau, Richard Nixon und Joseph McCarthy. In ihrer Bühnenanimation spielen sie temporeich mit Fakten und Fiktionen der Geschichte. Dadurch entsteht ein Raum, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart musikalisch verdichtet. Über die ästhetischen und philosophischen Entwürfe kommen andcompany&Co. zu einem eigenen politischen Statement. So erzählen sie keine deutschen Geschichten.
andcompany&Co. entwirft in ihrer humorvollen Bühnen-performance eine Vergangenheit, die unsere Gegenwart hätte sein können. Die Performer und Performerinnen richten ihren Blick auf die Utopien der letzten 40 Jahre und begeben sich in die Ära von Beatles und Hippies, Erich Honecker und Mauerbau, Richard Nixon und Joseph McCarthy. In ihrer Bühnenanimation spielen sie temporeich mit Fakten und Fiktionen der Geschichte. Dadurch entsteht ein Raum, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart musikalisch verdichtet. Über die ästhe-tischen und philosophischen Entwürfe kommen andcompany&Co. zu einem eigenen politi-schen Statement. So erzählen sie keine deutschen Geschichten.
Das internationale Performancekollektiv fordert mehr Freiheit und weniger Einheit und findet, dass deutsche Geschichten immer zu wahr sind, um schön zu sein - es sei denn, sie hörten auf die Namen Georg Elser, Shoshanna Dreyfus oder Rosa Perutz, die ungeborene Tochter eines exilierten Glaziologen, der im zweiten Weltkrieg einen unsinkbaren Flugzeugträger aus Eis gegen Nazideutschland konstruieren wollte, und Rosa Klebb, der russischen Agentin des SPECTRE, die hinter James Bond mit einem tödlichen Stöckelschuh in Europa umgeht: http://www.rosaperutz.com.
LITTLE RED (PLAY): 'HERSTORY' ist der erste Teil einer Trilogie über die Geschichte des “kurzen 20. Jahrhunderts“ und sorgte international für Aufsehen. Die Performance wurde u.a. zum KunstenFestivaldesArts 07 nach Brüssel und zu den Wiener Festwochen 2008 eingeladen. Außerdem gewann andcompany&Co. den Preis favoriten 08 des NRW KULTURsekretariats auf dem Festival favoriten 08 - Theaterzwang.
andcompany&Co. ist ein internationales Performance-Kollektiv, das 2003 von Alexander Karschnia, Nicola Nord und Sascha Sulimma gegründet wurde, um mit weiteren künstlerischen Künstler und Künstlerinnen an der Schnittstelle von Theater und Theorie, Politik und Praxis zu arbeiten.
EINE PRODUKTION VON andcompany&Co. und Theaterhaus Gasthus in Koproduktion mit dem Freischwimmer Festival, DASARTS und Fonds Darstellender Künste e.V. MIT Bini Adamczak, Alexander Karschnia, Nicola Nord, Sascha Sulimma &Co. LICHTOBJEKTE Noah Fischer STAGEDESIGN, PROPS Flashkes &Co.
GEFÖRDERT DURCH Gastspiel gefördert im Rahmen des „Auftrittsnetzwerkes“ durch das NRW KULTURsekretariat (Wuppertal) und den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westphalen.
KOMMUNISTENFRESSER ODER DAS LEBEN DES EINEN
| norton.commander.productions (Dresden) | 11.09.2009 / 20:00 Uhr | LOFFT
Eine Collage, eine Bandprobe, ein Aua, das in ostdeutscher Vergangenheit stöbert und im Heute nach politischen Realitäten und linken Utopien fragt.
Grundlage: originale Vernehmungsprotokolle der Staatssicherheit im Fall Jürgen Fuchs, Zitate aus diversen Internet Blogs, reale E-Mail-Antworten der KPD, der immer noch aktiven FDJ und der Partei „Die Linke“ an die durch ncp erfundene Schülerin Hanna Kluge, sowie eine Vielzahl von Sätzen und Zitaten von Künstlern, Philosophen, Schriftstellern, Politikern oder aus Parteiliedern, wie z.B. „Die Partei hat immer Recht“.
Jürgen Fuchs (geb. 1950) studierte von 1971 – 1975 Sozialpsychologie in Jena, schrieb Gedichte und arbeitete mit dem Arbeitskreis Literatur und Lyrik Jena zusammen. Nach einer öffentlichen Lesung wurde er aus FDJ und SED ausgeschlossen und politisch zwangsexmatrikuliert. Nach Protesten gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann wurde Jürgen Fuchs im November 1976 verhaftet, nach neun Monaten im Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen zur Ausreise gezwungen und nach West-Berlin entlassen. Dort engagierte er sich in der Friedensbewegung und hielt weiterhin Verbindung zur unabhängigen Friedens- und Bürgerbewegung in der DDR.
1982 leitete das Ministerium für Staatssicherheit der DDR ein Ermittlungsverfahren gegen ihn ein und setzte ihn und seine Umgebung zahlreichen „Zersetzungsmaßnahmen“ aus. Dazu zählten eine Bombenexplosion vor seinem Haus 1986 und die Sabotage der Bremsschläuche seines Autos. Fuchs starb 1999 an Leukämie. Sein krankheitsbedingter Tod nährte den Verdacht, er sei als Häftling des MfS vorsätzlich Gammastrahlen ausgesetzt worden.
MIT Juliane Werner, Lutz Blochberger, Christian Wittmann REGIE, BUCH, BÜHNE Harriet Maria und Peter Meining MUSIK Nikolaus Woernle AUSSTATTUNG, KOSTÜM Andy Besuch KAMERA Martin Bochmann SCHNITT Renè Plaul, Martin Förster KIND SPRECHER Noël Lode
EINE PRODUKTION VON norton.commander.productions in Koproduktion mit dem Societaetstheater Dresden.








